Die WIN-Strategie: Viel Lärm im „Nichts“?
Mit der Zeit entwickelt sich bei gelernten Umwelt-Aktiven eine natürliche Übersetzungshilfe, was bestimmte Inhalte in der Berichterstattung über Verkehrsvorhaben betrifft.
Ist von Ausbau für mehr Verkehrssicherheit die Rede, dann ist eine 4-spurige LKW-Rennstrecke geplant. Wird Straßenausbau verniedlicht als „Ortsumfahrung“ dargestellt, so ist davon auszugehen, dass die Ausbaustrecke rund 4,9km lang geplant ist – denn damit wird eine UmweltverträglichkeitsPrüfung (UVP) umgangen, die erst ab 5km erforderlich wäre. Ist diese Ortsumfahrung auch noch notwendig, wegen einer „Entflechtung des Durchzugverkehrs“, dann ist klar, dass es um eine zukünftige Transitroute geht.
Sicher ist ein derartiger Ausbau vor allem dann, wenn das betroffene Gebiet zur Leader-Region ernannt wurde und vor allem die ansässigen Landwirte (die meist auch die Grundstückseigentümer sind) mit erklecklichen Fördersummen erst geködert und dann mundtot gemacht werden. Dass sie ihre Produkte an einer zukünftig verlärmten und verschmutzten Straße schlecht bis kaum noch verkaufen können, wollen die meisten im ersten Geldregen nicht sehen. Beim Blick in die Tiroler Zukunft von Niederösterreich: Wer kennt das Inntal wegen seiner besonderen Obstsorten oder der beschaulichen Radrouten? Eben.

Die WIN-Strategie für Niederösterreich. Hier sind die zukünftigen, strategischen Planungen und Vorhaben fein säuberlich angeführt und aufgelistet. Auch die Straßenausbau-Vorhaben in den so genannten
Verbindungsachsen (als rosa Striche erkennbar). Dazu ist auf Seite 14 nachzulesen:
„Verbindungsachsen sind hochrangige bzw. überregional wichtige Verbindungen, die eine hohe verkehrliche Bedeutung aufweisen, an denen aber keine intensive wirtschaftliche Entwicklung bzw. Ausbreitung der Siedlungsgebiete beabsichtigt ist.“









